Thursday, June 17, 2010

Vinum



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From Vinum Magazine, Juni 2010, p.52.

"Den eigenwilligsten Winzer Kretas findet man im Osten der Insel in Sitia, das trotz prächtigem Sand Strand nicht von Touristen überflutet ist. Gianms Economou spricht ausgezeichnet Deutsch und erinnert sich gut an die Zeit, als seine Frau in Freiburg im Breisgau Medizin studierte und er einen Job suchte, Franz Keller aus Oberbergen stellte den Griechen 1990 als Praktikanten auf Probe ein und versprach ihm einen Monatslohn von 400 Mark. Bei der ersten Auszahlung fand Giannis 1500 Mark in seinem Kuvert, dachte an einen Irrtum und sprach beim Chef vor - worauf er gleich für zwei Jahre fest angestellt wurde, so angetan war der Patron des «Schwarzen Adlers» von dem griechischen «Gastarbeiter». Danach studierte der junge Mann Agrar Wirtschaft, war durch den süddeutschen Winzer aber so auf den Weingeschrnack gekommen, dass er später im Piemont (bei Scavino und Ceretto} und schliesslich auch in Bordeaux arbeitete - auf Chäteau Margaux.
1995 kehrte er in die kretische Heimat zurück und begann selbst mit dem Wein- und Olivenanbau. Und das eher unkonventionell. Die uralte Rotweinsone Liatiko kommt bei Giannis Economou ungeschwefelt in die Flasche, dennoch wird der Wein erst etliche Jahre nach der Kelterung verkauft. Aktuell im Sortiment sind die erstaunlich stabilen 1998er und 2000er. Der 1999er wird noch zurückbehalten. Der 45-Jährige macht kein Geheimnis aus dem Grund für diese überraschende Haltbarkeit. «Die Weine haben von Natur aus etwas Schwefel, das reicht für den Oxidationsschutz.» Männer, die so gegen den Strom schwimmen, erinnern an einen überlieferten Spruch: «Es gibt drei Arten von Menschen. Solche, die Eier ohne Schale essen, andere, die sie mit Schale essen. Und schliesslich jene, die Eier mit Schale und Teller verspeisen. Das sind die Kreter."

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